Vereins-Biografie

Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e.V.

Vereins-Biografie

vom Gründungsinitiator Rolf Schumacher

Mit 12 Jahren begann Rolf Schumacher beim St.Töniser Musiklehrer Edy Willems mit dem Akkordeonunterricht. Nach 6 Jahren spielte er bereits u. a. die damals gängigen Solistenstücke von Albert Vossen und Will Glahé.

Am 20. Oktober 1957 schwang er sich, als junger Mann von 18 Jahren, auf sein Fahrrad und brachte seine Idee von der Gründung eines Akkordeon-Orchesters zu den ihm bekannten weiteren 7 Akkordeonspielerinnen und -spielern in seinem Heimatort St.Tönis.

Er lud sie für Sonntagmorgen, den 27. Oktober 1957, in die Wohnstube seiner Eltern zur Marktstraße 17 in St.Tönis, ein.

Sein Vater, Jakob Schumacher, (der spätere Kassierer) – er hatte den ortsbekannten Vereinsmenschen, Hubert Höfkes, (der spätere Vorsitzende) dazu eingeladen – und die Mädels und Burschen, Helmut Anstötz, Rolf Schumacher, Heinz Thorenz, Josef Kanters, Dieter Siegeler, Helmut Engelskirchen, Hanny Porten und Sigrid Biermord, gründeten an diesem Tag mit Hubert Höfkes als Vorsitzenden und Jakob Schumacher als Kassierer schließlich unter dem Namen Akkordeon-Orchester 1957 St. Tönis den Verein.

Schnell war eine Gastwirtschaft mit einem kleinen Saal gefunden. Von den ersten 3 Mark Aufnahmegeld je Mitglied kaufte man die Akkordeon-Orchester-Noten “Der Spielring Band 1 und 2, von Curt Mahr”, die 5 Stimmen wurden ausgeguckt, der Spieler Helmut Anstötz übernahm die Dirigentenaufgaben und die ersten Töne kamen orchestermäßig bei der ersten Probe am 30.10.1957 im Probenlokal Bruckes zum Klingen.

Alle waren begeistert, die Spieler, der kleine Vorstand, die Wirtsfamilie, die Gäste vorne im Lokal. Die Presse berichtete über die neue Musikgruppe. Schon bald gab es bereits “Auftritte” bei Goldhochzeits-Ständchen. Bis zum Jahresende traten noch weitere 4 “Akkordeonisten”, Paul Jansen, Uli Niehr, Jakob Beckers und Sigrid Rath sowie 2 “aktive Nichtspieler”, Gustav Jansen und Ulrich Niehr sen., dem Orchester bei, die alle den Status “Gründer” bekamen.

Bereits im folgenden Jahr kam man zu der Überzeugung, dass eine Vergrößerung des Vereins nur durch Eigeninitiative durchführbar sei. Helmut Anstötz und Rolf Schumacher gaben also privaten Akkordeon-Unterricht. Ein Schülerorchester wurde dem Verein angegliedert, dessen Dirigent Rolf Schumacher wurde. Nun folgten Elternabend, Tischfahneneinweihung, und bereits ein Jahr nach der Gründung das 1. Konzert im Marienheim vor großem Publikum

Wie war das doch eigentlich noch nach den Proben? Ach ja, Josef hatte den damals supermodernen Hula-Hopp-Reifen mitgebracht, jeder kam mal dran und alle hatten Spaß dabei. Nach der Probe hatte man keineswegs genug von der Akkordeonmusik, nein, nun ging es erst richtig los! Ob Helmut, Rolf, Josef, Uli oder Heinz, jeder wollte noch etwas als Solist in lustiger Runde bei Limo oder Bierchen zum Besten geben.

Am 01.07.1960 erfolgte der Beitritt zum Deutschen Harmonika-Verband e.V. Die Mitgliedskarte Nr. 4571 / 20 weist u. a. die Unterschriften vom Vorsitzenden Herrn Schittenhelm und vom Geschäftsführer Herrn Bilger auf. Im gleichen Jahr übernimmt Gerhard Rütten den Posten des Vorsitzenden. 1961 Teilnahme an den DHV-Bezirks-Wertungsspielen in Dortmund mit noch mäßigem Erfolg. Ab 1962 heißt unser Dirigent Helmut Jansen, seines Zeichens Organist der St. Cornelius-Pfarrkirche von St. Tönis.

Der Probenbesuch wird magerer. Zum Teil müssen die Spieler vom Nachbarort geholt und gebracht werden. Die beiden späteren Ehrenmitglieder Jakob Schumacher und Heinrich Jansen bezahlen in Ermangelung von Vereinsgeld eine längere Zeit das Honorar des Dirigenten aus eigener Tasche. Wir brauchen noch mehr Nachwuchs!

1965 gründet Rolf Schumacher als Abteilung des Vereins die Melodica-Spielgruppe. Die 65 Kinder werden von ihm in den nächsten 4 Jahren mit Unterstützung von Dieter Janhsen im Gemeinschaftsunterricht elementar ausgebildet in Noten lesen, Harmonielehre und spielen auf der Melodica. Unterrichtet und geprobt wird in der Schule. Bereits nach anderthalb Jahren erfolgt der erste Auftritt der Melodicagruppe beim Volkstümlichen Konzert des Vereins.

Hier wurde der eigentliche Grundstock für die Jugendarbeit im Verein und den späteren Nachwuchs gelegt, denn viele Musikschüler wechselten zwischendurch von Melodica auf Akkordeon.

1966 wird Heinrich Janhsen Vorsitzender.

1968 wechselt die musikalische Leitung von Helmut Jansen auf Jakob Beckers.

Die Mitgliederzahl steigt stark an. Zum A-Orchester kommt noch ein B-Orchester hinzu. Wir ziehen um in ein größeres Probenlokal, zum “€žHaus Alt-Rixen” am Kirchplatz.

Es folgen unzählige eigene Konzerte, Stiftungsfeste und Konzertmitwirkungen. Der Kultur- und Geselligkeitsfaktor in unserem Heimatort und Umgebung wird immer größer.

1973 wird aus eigenen Nachwuchskräften das C-Orchester gegründet. Es beginnt, nach dem Muster der Melodicaspielgruppe, mit Jakob Beckers ein Gemeinschaftsunterricht für Akkordeon-Schülergruppen. Zur ersten Schülergruppe werden 41 Kinder angemeldet. Seitdem ist kein Jahr ohne die Bildung wenigstens einer neuen Akkordeon-Schülergruppe vergangen.

Unser Dirigent, Jakob Beckers, bewies seine Verbundenheit zum heimischen Karneval in der Session 1973/74, indem er und seine Gattin Monika St.Töniser Prinzenpaar wurden. Beim Karnevalsumzug begleitete das A-Orchester seinen Prinzenwagen in herrlichen Clownkostümen.

1974 entsteht der Wunsch nach einem eigenen Vereinsheim. Unsere Mitglieder Helmut Anstötz, Rolf Schumacher und Uwe Siewert (letzterer von Beruf Architekt) planen gemeinsam dieses Projekt. Die Kontaktaufnahme mit der Gemeinde Tönisvorst und dem Kulturausschuss erhält jedoch vom damaligen Gemeindedirektor einen Dämpfer. 1984 wurde das Thema vom Vorstand wieder aufgegriffen. Dazu machte unser Mitglied, Professor Ernst Althoff (Architekt) konstruktive Anregungen. Dieses Vorhaben sollte sich bis zum krönenden Abschluss aber noch bis 1991 hinziehen. Später mehr davon.

Nach Abbruch unseres bisherigen Konzertsaales “Wirichs” im Rahmen einer Ortskernsanierung waren wir der erste Verein, der 1974 eine Großveranstaltung unter dem Namen “Akkordeon-Festival” in der neuen Rosentalhalle durchgeführt hat. Rund 1.500 Gäste dankten uns durch ihren Besuch für das Wagnis und legten damit den Grundstock für weitere rauschende Feste dieser Größenordnung in den kommenden Jahren. Das Motto dieser lautete mal “€žMelodie und Rhythmus”, mal “€žMelodien der Welt”, mal “€žMit Sang und Klang” oder mehrmals auch “Musik ist Trumpf”. Unsere Stargäste dabei waren: die “Akkordeon-Trachtengruppe Glottertal” aus dem Schwarzwald, “Die Westfälischen Nachtigallen”, die “Jugendblaskapelle Sonthofen”, das “€žAccordeon-Orkest de Rigolos”aus Apeldoorn Holland mit ihrem Akkordeon-Europameister “Henny Vels”, “Roberto Blanko”, die “Los Muchachos”, die “Wiener Sängerknaben”, der Deutsche Akkordeonmeister von 1963 “Jürgen Löchter”, “Rainer Böhm”, “Pat & Paul”, der Zauberer â”Wittus Witt””€žBalalaika-Ensemble Wolga” uvam.

Am 28.02.1975 erfolgte die Eintragung im Vereinsregister und dem Vereinsnamen wurde der Zusatz e. V. (eingetragener Verein) angefügt.

Die Konzertreisen und Austauschveranstaltungen häufen sich. Aus musikalischen Verbindungen entstehen gesellige Zusammenkünfte und Freundschaften.

1976 wurde Helmut Anstötz Vorsitzender unseres Vereins und blieb es auch für die kommenden 16 Jahre. Er löste Heinrich Janhsen ab, der 10 Jahre lang die Geschicke unseres Vereins leitete, und die Mitgliederzahl mehr als verdoppeln konnte. Für seine Verdienste wurde Heinrich Janhsen ein Jahr später zum Ehrenmitglied gewählt.

Ein Schreiben des Schriftführers Rolf Schumacher im gleichen Jahr an die französische Botschaft in Bonn führt zur Kontaktaufnahme mit dem “Accordéon-Club de Sees” in Frankreich, in der Normandie gelegen. Der rege Austausch in den kommenden Jahren in Sachen Musik und regelmäßigen gegenseitigen Orchesterreisen mit Konzerten und geselligen Veranstaltungen führt zu engen Freundschaften. Dies gibt schließlich den Ausschlag für die offizielle Partnerschaft zu Pfingsten 1979 zwischen unseren beiden Städten. Unser Bürgermeister Richard Beckers und unser Stadtdirektor Hans Hochbruck hoben diese Schrittmacherdienste für die Gründung der Partnerschaft, “Jumelage”, offiziell hervor.

1977 ist ein Jahr mit ungewöhnlich vielen Vereinsterminen. Mit 51 Veranstaltungen der verschiedenen Vereinsgruppierungen haben unsere Vereinsmitglieder eine enorme Leistung vollbracht. Die erste Langspielplatte “Happy Swing” entsteht.

In diesem Jahr wird die Jugendarbeit, die in der Satzung unseres Vereins als weiterer Vereinszweck gleichberechtigt neben der Pflege der Akkordeonmusik genannt wird, mit weitgehender Selbstständigkeit ausgestattet. Sie wurde vom Kreis Viersen, als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt. 12 GruppenleiterInnen betreuen unter dem Jugendvorstand unseren Nachwuchs und bilden sich jährlich in Seminaren weiter. In ununterbrochener Folge krönt seither jährlich diese Jugendarbeit in den Herbstferien eine Jugendherbergsfahrt.

Außer den unzähligen konzertanten und geselligen Orchesterauftritten tragen auch viele verschiedene überfachliche Vereinsaktivitäten zum Erfolg des Vereins: “Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e. V.” bei.

Hier zu nennen sind: unser Tanzschulkurs mit Mittel- und Schlussball, unsere Erwachsenendisco, zur Karnevalszeit die Proklamation unseres Vereins-Kinderprinzenpaares und unser Kostümfest mit Programm, unsere Beteiligung am Karnevalsumzug, unsere Mädchen-Tanzgruppe “Mascara”, unsere Square-Dancegruppe, unser Elternnachmittag in der Jugendabteilung, unsere Jugendherbergsfahrt, unser Orchesterausflug, unsere Planwagenfahrt “€žAmors” pfeilgeschwinde Aktivitäten – die Hochzeiten – vieler Vereinsmitglieder untereinander, unser Kinder- und Sommerfest, unsere Vereinsspenden unter dem Motto: “Kinder helfen Kinder”, an die Kinderrheumaklinik in Garmisch-Partenkirchen, für unser Patenkind Nasir Udin in Bangladesch und später an die “€žAktion Teddybär” (krebskranke Kinder), den”€žVerein gegen Obdachlosigkeit Krefeld” und an einen Verein, der Schulkinder in Binmaley auf den Philippinen unterstützt.

Das Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e. V. besteht nun 20 Jahre. Aus diesem Anlass entsteht unsere erste Langspiel-Schallplatte: “Happy-Swing”. Ihr sollten in späteren Jahren noch einige folgen, wie: “Schiff Ahoi” in 1978, “25 Jahre Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e.V.” in 1982, “Festliche Stunde” in 1988 und “Akkordeon-Gala” in 1994 (als CD).

1978 wird seit 22 Jahren erstmals wieder in St.Tönis ein Kinderprinzenpaar proklamiert, natürlich auf der Kinderkarnevalsveranstaltung unseres Vereins. Unsere Akkordeonisten Toni I. (van Cleef) und Stefanie I. (Richter) begeistern das närrische Volk auch beim Karnevalsumzug auf dem sehr schön gestalteten Prinzenwagen des Akkordeon-Orchesters. Das Akkordeon-Orchester hat damit den Grundstein zu einer Bewegung gelegt, die sich später im Jugendkarnevalsverein verselbstständigt hat. Unter Ortwin Dühring entsteht unsere Vereinszeitung “€žDie Quetsche”. Sie ist auch nach einigen Wechseln in der Schriftleitung heute noch fester Bestandteil und guter Informationsträger unseres Vereins. Unter der Leitung von Heinz Hox wird das Ensemble, zeitweise auch A-Orchester oder Kammer-Orchester genannt, ins Leben gerufen.

1979 erreicht der Verein die Zahl von 391 Gesamtmitglieder.

Nach zwei vorangegangenen Konzerten in der St.Töniser- und Vorster Pfarrkirche in den letzten beiden Jahren beginnt ab Weihnachten 1980 in der St. Cornelius-Pfarrkirche zu         St.Tönis jeweils am Heiligabend die Kindermette mit einem Weihnachtsliederpotpourri, gespielt von unserem Orchester. Dieser, mittlerweile zur Tradition gewordene Auftritt, ist für unser Orchester seither der musikalische Jahresabschluss.

1982, das Jahr unseres 25-jährigen Bestehens, war ein besonderes Jahr. Der Höhepunkt zum Auftakt war die zweite Langspielschallplatte unseres Orchesters. Das Kritikspiel des DHV Bezirk Niederrhein fand anlässlich unseres Jubiläums in St.Tönis statt. Das “Accordeon-Orkest €žde Rigolo” aus Appeldorn / Holland, und eine Woche später die “Sonthofener Jugendblaskapelle”, die vom Waxweiler Fanfarenzug unterstützt wurde, waren unsere Gäste. Unsere eigene “Jubiläums-Gala” im Herbst, in der größten Sporthalle von St.Tönis, mit Stargast Roberto Blanco und seiner Band, war der gesellschaftliche Höepunkt des Jahres in unserer Stadt. Schließlich am 31. Oktober noch die festliche Gestaltung der Messe in der St. Corneliuskirche mit anschließendem Empfang der Gratulationsgäste im Forum des Schulzentrums Corneliusfeld machten das Jubiläum komplett. Hierbei wurde unserem Dirigenten Jakob Beckers für Verdienste um die volkstümliche Akkordeonmusik vom Deutschen Harmonika-Verband die “Hermann-Schittenhelm-Medaille” verliehen. Nachdem unser Orchester die Kindermette am Heiligabend musikalisch gestaltete, wurde am 2. Januar 1983 unser Jubiläumsjahr mit einem Kirchenkonzert, gemeinsam mit dem Kirchenchor in der Kath. Pfarrkirche abgeschlossen.

Am 11. April 1983 wurde auf Initiative von Rolf Schumacher mit weiteren 15 Mitgliedern das Hobby-Orchester ins Leben gerufen. Bis 1985 war er auch dessen Dirigent, danach übernahm Dieter Janhsen diese musikalische Leitung. Im Hobby-Orchester wird kein künstlerisches Niveau angestrebt, doch Werktreue ist auch hier das Maß aller Dinge.

Mit dem A- und B-Orchester geht es Pfingsten auf die größe Jahresreise zur Jugendbaskapelle nach Sonthofen. Diese gegenseitigen Besuche mit gemeinsamen Konzerten haben einen gewissen Reiz und fördern das eigene Vereinsleben enorm.

Am 19. April 1983 bestand unser Dirigent des C-Orchesters und Ensembleleiter, Heinz Hox, sein Examen als “Staatlich geprüfter Musiklehrer für Akkordeon und Klarinette”. Anlässlich des 25jährigen Dirigentenjubiläums unseres Musikalischen Leiters Jakob Beckers erscheint in der ”Quetsche” Nr. 51 eine Laudatio.

Neben Jakob Beckers nimmt Guido Wagner ab Juni 1984 für die kommenden 2 Jahre seine musikalische Arbeit bei uns auf. Seinen Namen kennt man in der Akkordeonwelt, ist er doch Träger der Würthner-Medaille und der DALV-Plakette in Gold. Er übernimmt als Dirigent das A-Orchester und hat am 27. Oktober damit seinen 1. Auftritt. Unter seinem Dirigat konnten die Leistungen weiter gesteigert werden, was dann auf dem Stiftungsfest im Oktober und durch das gute Abschneiden (Prädikat: “ausgezeichnet”, 12. Platz von 26 Teilnehmern) beim Wettbewerb um den “Rudolf-Würthner-Pokal-1984”  im Trossinger Dr.-Ernst-Hohner-Konzert-Haus unter Beweis gestellt wurde. Bis 1986 blieb er. Am 5. August 1994 kam er erneut dem Ruf des Akkordeon-Orchesters 1957 St.Tönis nach und übernahm von Klaus Storm die Leitung vom Ensemble und ab 1995 zusätzlich auch die des Stamm-Orchesters.

Ende September 1984 wird das Vereinslokal, die Gaststätte ”Sportzentrale”, u.a. wegen der neu anstehenden Miete von monatlich 400,- DM aufgegeben. Auf Antrag stellt uns die Stadt Tönisvorst als künftige Probestätte den Filmraum in der Schule Corneliusfeld unentgeltlich zur Verfügung.

Die Wünsche nach einem eigenen Vereinsheim greifen erneut um sich. Das Titelblatt unserer Vereinszeitung: “Die Quetsche” Nr. 25 vom 4. Quartal 1984, ziert die Handzeichnung eines Vereinsheims. Verhandlungen mit der Stadt Tönisvorst lassen hoffen, denn sie will ein Grundstück zur Verfügung stellen. Es sollte bis zum Abschluss der Verhandlungen und des Vertrages über das Grundstücks-Erbbaurecht noch bis zum Jahr 1989 dauern. Dann kam auch der Zuwendungsbescheid des Landes NRW, und das Werk konnte begonnen werden. Eigenleistungen in Höhe von 585.000 DM (!) wurden erbracht. Viele freiwillige Helfer aus Reihen der Mitgliedschaft trugen zum Gelingen des Werks bei. Vorsitzender Helmut Anstötz konnte voller Stolz auf seine Arbeit zurückblicken, als am 20. April 1991 die Einweihung gefeiert werden konnte. Er hob besonders die Leistungen vom Stellv. Vorsitzenden, Heinz Meier, hervor, der dafür im Mai 1991 mit seiner Ernennung zum Ehrenmitglied geehrt wurde

Nun war im Vereinsheim, dem Musik- & Jugendhaus des Akkordeon-Orchesters 1957 St.Tönis e.V., das Feld bereitet für einen ungestörten und effektiven Probenablauf der Orchester und Gruppen, die hier zusammenhängend einmal genannt werden: Stamm-Orchester, Jugend-Orchester, Schüler-Orchester, Hobby-Orchester, Ensemble, Quintett und die Schülergruppen A bis H. Auch für die vielen Sitzungen des Vorstandes, der Jugendgruppenleiter und für die vielfältigen Musik- und Festveranstaltungen des Vereins, war nun genügend Platz vorhanden. Für vielseitige DHV-Treffen und Veranstaltungen bot und bietet unser Vereinsheim Platz.

1988 übernimmt Uwe Schumacher die Leitung des 1978 gegründeten Ensembles von Heinz Hox für die nächsten 5 Jahre. Danach ist ein Jahr lang Klaus Storm dessen Leiter, bis schließlich am 5. August 1994 dem Wunsch des Ensembles stattgegeben wird und die Vereinsleitung erneut Guido Wagner als deren Dirigent verpflichtet. Rechtzeitig vor Weihnachten entsteht eine weitere Langspielplatte mit dem Titel “Festliche Stunde” mit dem Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis”.

1992 wird Horst Röttges zum Vorsitzenden gewählt. Der bisherige Vorsitzende der letzten 16 Jahre, Helmut Anstötz, wird zum Ehrenvorsitzenden berufen.

1993 erreicht der Verein die Zahl von 449 Gesamtmitglieder. Davon sind 311 aktive und 138 passive Mitglieder.

Welches Akkordeon-Orchester in Deutschland ist größer? Diese Frage wird oft gestellt.

1994 Alle Orchester leisten ihren Beitrag zur Produktion einer CD mit dem Titel: “Akkordeon-Gala”, die auch als Musikkassette herausgegeben wurde.

Unser Mitglied Sylvia Kox beginnt, nachdem sie als Kindergärtnerin auch die Zusatzqualifikation für rhythmisch-musikalische Erziehung erworben hat, im Vereinsheim auch für die Kinder unserer Mitglieder mit Kursen für musikalische Früherziehung.

Nach dem Frühjahrskonzert 1995 verlässt der langjährige und verdienstvolle Dirigent Jakob Beckers nach 26 Jahren Dirigentschaft das Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis.

An seine Stelle tritt Guido Wagner, der nun neben dem Ensemble auch das Stamm-Orchester leitet. Die Schülergruppenausbildung wird in die Hände von dafür ausgebildeten MusiklehrerInnen gelegt, es sind: Heinz Hox, Christel Wagner, Daniela Grenz und Gisela Steen.

Ab 4. Dezember 1996 bereichert eine Mundharmonika-Schülergruppe unter der Leitung von Thomas Waser unser Akkordeon-Orchester.

1997 wird Michael Meier Vereinsvorsitzender. Er war 1979 bereits als Jugendleiter aktiv und später 4 Jahre lang Jugendkassierer, sowie anschließend 12 Jahre lang Vereins-Kassierer.

1998 nimmt unser Verein mit 3 Orchestern, dem Ensemble und dem Stamm-Orchester unter der Leitung von Guido Wagner sowie dem Jugend-Orchester unter der Leitung von Klaus Storm, am “6. Internationalen Accordeon-Festival” in Innsbruck teil. Alle Orchester waren mit dem Ergebnis: einer mittleren Platzierung und der Note “sehr gut” zufrieden. Ein Schüler-Orchester wird wegen der großen Anzahl von Akkordeon-Schülern neugegründet und unter der Leitung von Christel Wagner gestellt.

1999 – Für die Mundharmonika-Schülergruppe (alles Erwachsene) wurde zwischenzeitlich ein neuer Name erfunden: die “Antonius-Harmonists” Diese Gruppe um Leiter Thomas Waser ist sehr rührig. Sie haben sich einen besonderen Leckerbissen einfallen lassen: Im August findet in unserem Vereinsheim ein internationales Mundharmonikaspielertreffen statt. Wie jedes Jahr, seit 1977, wurde auch diesmal von der Jugendabteilung des Akkordeon-Orchesters eine achttägige Jugenherbergsfahrt für die Schülergruppen organisiert. Das diesjährige Ziel war die Jugendherberge Zwingenberg in Hessen. Jugendleiterin Gabriele Bader und ihre Jugendgruppenleiter hatten mal wieder jede Menge Action in diese Woche gepackt. Auch die “Krabbelgruppe” (die Kleinkinder unserer “€žAkkordeon-Mütter”) feierte, wie in vielen früheren Jahren, seine diesjährigen Feste zum Sommer, St. Martin und Nikolaus im Vereinsheim.

Das Jahr 2000 beginnt verheißungsvoll. Im Januar werden zwei neue Schülergruppen gebildet, und die DHV-Bezirksversammlung findet im Vereinsheim statt. Robert Seifert wird neuer Vereins-Vorsitzender. Die Idee, ein etwas anderes Akkordeon-Orchester auf die Beine zu stellen, kommt von Klaus Storm. Er ruft im März 2000 das “Show-Orchester“ ins Leben. In diesem Orchester bleibt das Akkordeon das Hauptinstrument. Zum neuen Klangkörper tragen bei: Keyboard, Gitarre, Soloinstrumente (Mundharmonika, Trompete und Saxophon, Schlagzeug) und Gesang. Das Show-Orchester spielt überwiegend solche Notenliteratur, die sich im Bereich der rhythmischen Rock-, Pop- und Jazzmusik wieder findet. Zusätzlich sollen diese Stücke durch Action, wie z. B. Tanz, ergänzt werden.

Ach ja, seit März ist das Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e.V. auch im “world wide web” des Internets vertreten. Die Adresse lautet: “www.akkordeon-orchester-1957.de”€. Von der Startseite aus erreicht man über “Tastendruck” auf einer stilisierten Klaviatur die einzelnen Vereins-Informationen. Für Vorsitzender Robert Seifert ist diese neue Technik “Chefsache”.

2001 nimmt unser Verein erneut mit dem Ensemble in der Oberstufe, und auch mit dem Stamm-Orchester in der Hauptstufe, am “7. Internationalen Accordeon-Festival” in Innsbruck teil. Unter 41 teilnehmenden Orchestern errang unser “€žEnsemble” in seiner Kategorie mit dem 1. Platz den Titel mit 48,3 Punkten, die vergoldete Skulptur, mit der Bewertung “hervorragend”. Unser Stamm-Orchester errang in seiner Kategorie mit der Bewertung “ausgezeichnet”, unter 39 teilnehmenden Orchestern, einen 13. Platz.

Dies war in der Vereinsgeschichte insgesamt das bisher herausragende Akkordeon- Wettbewerbsergebnis, dank der hervorragenden Orchesterarbeit von Dirigent Guido Wagner und der Leistungsbereitschaft der Orchestermitglieder. Honoriert wurde der Titelgewinn auch vom Bürgermeister unserer Stadt, Albert Schwarz, der gemeinsam mit Kulturamtsleiter Wulf Schuster zu einem Sektempfang ins Rathaus eingeladen hatte, und darüber hinaus noch ein großzügiges Geschenk überreichte.

Eine kräftige Erhöhung der Mitgliedsbeiträge wurde beschlossen. Sie soll u. a. mit dazu beitragen, unser Vereinsheim auch in Zukunft in einem guten Zustand zu halten.

Erstmals findet im Vereinsheim ein bunter Abend unter dem Motto “Musiknacht 2001” statt Hier war der Ideengeber unser Jugend-Orchester-Dirigent Klaus Storm.

Auf die musikalischen Erfolge des Vorjahres will man sich nicht ausruhen. Im Oktober 2002 will das Akkordeon-Orchester St.Tönis seine Leistung unter Beweis stellen und im “Mekka” der Akkordeonbewegung  in Trossingen / Schwarzwald, am internationalen Wettbewerb des Deutschen Harmonika-Verbandes e. V., dem “DHV-Musikpreis 2002”, teilnehmen.

In der Nachbetrachtung kann nicht jedes Konzert oder Ereignis aufgeführt werden. Dies würde den Rahmen dieser Biografie sprengen. Mit viel Engagement sind viele Mitglieder dabei, die unzähligen Aktivitäten unseres Vereins vorzubereiten und zum Erfolg zu führen.

Das Jahr 2002 brachte zunächst durch das erste eigene Konzert des Show-Orchesters, unter der Leitung von Klaus Storm, im überfüllten Forum Corneliusfeld einen Riesenerfolg.

Das Gegenstück war ein großer, schmerzlicher Einschnitt in die musikalische Gesamtarbeit des Vereins. Guido Wagner gab plötzlich, kurz nach der Veranstaltung des Show-Orchesters, seine Tätigkeit als Dirigent im Verein auf. Er ließ uns das durch einen Brief mitteilen. Die Ratlosigkeit war zunächst groß. Wie? – Wer? – Wann? Das waren Fragen und Positionen die nun erst einmal gelöst werden mussten.

Dadurch kam es nicht zum bereits geplanten Wettbewerb am “DHV Musikpreis 2002”, an dessen Teilnahme leider verzichtet werden musste.

Als neuer Dirigent des Ensembles und des Stamm-Orchesters übernahm Heinz Hox vorübergehend die Stelle des Dirigenten ein, was mit Rücksicht auf seine musikalische Berufsausübung keine Dauerlösung sein konnte. Zunächst wurden die Proben des Ensembles und des Stammorchesters von freitags auf dienstags bzw. mittwochs, und schließlich wieder freitags verlegt.

Die Suche nach einem Dirigenten ging weiter.

Schließlich wurde über Heinz Hox ein Vorschlag von Guido Wagner realisiert. Der neue Dirigent wurde Viktor Kammerzell. Diese zweimalige Umstellung auf die sich ändernden Vorstellungen der wechselnden Dirigenten stellte für die Spieler eine Geduldsprobe dar.

Seit 26. Januar 2003 wird der Verein von Oliver Schieren geleitet, der bereits seit 20 Jahren aktives Mitglied ist und den beruflich sehr stark engagierten bisherigen Vorsitzenden Robert Seifert in der Vereinsleitung ablöste.

Der Chronist wünscht dem Akkordeon-Orchester 1957 St.Tönis e. V. eine gute Zukunft.

Im Januar 2003, Rolf Schumacher.

 

 

1. Vorsitzender

Oliver Schieren vom 26.01.2003 bis 27.01.2008

Karin Löcher vom 27.01.2008 bis 29.01.2012

Michael Kirches seit dem 29.01.2012